Aufgewachsen in einer Kantorenfamilie, war ich schon früh mit den Klängen Bachscher Oratorien und Orgelmusik vertraut geworden.
Bevor ich mit 11 Jahren begann, bei Hans Vieweg, dem damaligen Solocellisten der Suhler Philharmonie, das Spiel auf dem Violoncello zu erlernen, nahm ich Klavierstunden und spielte einige Zeit auch Trompete.
Als Cellist in der „capella juventa“
, einem Jugendorchester in meiner Kirchgemeinde, lernte ich, unter der Anleitung meines Vaters, Continuo „rauf und runter“ zu spielen. So hatte ich Anteil an nahezu allen Stücken, die geprobt und aufgeführt wurden und fühlte mich richtig zu Hause.
Während des Studiums zum Orchestermusiker an der Leipziger Musikhochschule waren aber derlei Fähigkeiten wenig gefragt und ich widmete mich brav der Selbstdressur für Prüfungs- und Probespielprogramme. Nur sehr selten gab es Barockmusik zu spielen, aber wenn, dann merkte ich jedes Mal, dass mir diese sehr fehlte. Deshalb nahm ich bald im Nebenfach Unterricht auf der Viola da gamba bei Prof. Siegfried Pank. So knüpfte ich erste Kontakte zur "Szene"
der Alten Musik.
Jedoch erst, als ich zwischen zwei Orchesterengagements arbeitslos war, fasste ich den Mut, mich auch mit dem Barockvioloncello zu befassen. So absolvierte ich ein Zusatzstudium, wiederum bei Prof. Siegfried Pank und erlebte musikalische und spieltechnische Offenbarungen für das Spiel auf dem Violoncello, für die ich einige Jahre vorher schon unglaublich dankbar gewesen wäre! Plötzlich war meine musikalische Überzeugung kein Unfug mehr, sondern vielmehr Selbstverständlichkeit vor dem Hintergrund der historischen Aufführungspraxis!
Allerdings wartete ein Orchester noch auf mich, ich hatte einen Vertrag zu erfüllen… Nach kurzer Zeit aber stand mein Entschluß fest: Ich mache mich selbständig als freischaffender Cellist mit Schwerpunkt Barockvioloncello! Lieber etwas weniger Geld auf dem Konto und dabei frei sein, als mäßig bezahlt und in künstlerischen Fesseln!
So arbeite ich seit Mai 2001 als freischaffender Künstler, spiele Barockcello und Viola da gamba in den verschiedensten Formationen. Seit einiger Zeit erweitere ich mein Spektrum um das Spiel auf dem Violoncello des 19. Jahrhunderts.
In den Jahren 2000-2007 gründete und führte ich das Barockorchester „musica lipa“
und hob mit dem Cembalisten Roland Leppin die „Musizierende Gesellschaft“
aus der Taufe. Ich bin Mitglied im Ensemble „Merseburger Hofmusik“
unter Michael Schönheit und trete in den verschiedensten Kammermusikbesetzungen auf. Konzertreisen führten mich durch ganz Deutschland, nach Norwegen, Dänemark, Belgien und in die Schweiz, nach Frankreich, Italien, Malta und Zypern. Rundfunk- und CD-Produktionen entstanden u.a. mit dem „collegium pianoforte“
, das sich der klassischen Kammermusik mit Hammerklavier widmet, dem Mendelssohn-Orchester Leipzig unter David Timm („Symphonic Expressions“
mit Jazz-Ensemble und Orchester) und dem Leipziger Kammerorchester unter Morten Schuldt-Jensen.